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Heft 10/2008
Blutgieriger Ansitzjäger

Biologie der Zecken

SPINNENTIERE, DIE KRANK MACHEN
 
Was Jäger über Zecken und ihre schlechten Gewohnheiten wissen sollten. Lesen Sie mehr über die Biologie der Zecken ...
 
 
 

Behandlung von Borreliose nach Prof. Hartmann

 
Die Behandlung sollte sofort nach dem Auftreten eines Erythems oder der klassischen Beschwerden einer so genannte Borreliose-Grippe beginnen. Keine Zeit verlieren mit unnötigen serologischen Untersuchungen, die zu diesem frühen Zeitpunkt einer Infektion ohnehin negativ sind. Die Therapie muss zwei Ziele verfolgen: Einmal sollen die Erreger abgetötet werden, zum anderen muss das Neurotoxin Bbtox 1 der Spirochäte Borrelia burgdorferi ausgeschleust werden.
 
Ich empfehle eine Therapie in der Frühphase mit Doxycycling 2x200 mg/Tag für 30 Tage zum Essen (auf Milchprodukte verzichten!), kombiniert mit Quensyl 2x200 mg/Tag. Sollten nach dieser kontinuierlichen Behandlung noch Beschwerden bestehen, so schließt man eine so genannte Pulstherapie an, das heißt 10 Tage Pause gefolgt von 5 Tagen mit der oben genannten Medikation für 5 oder mehr derartiger Therapiezyklen. Es gibt zahlreiche weitere Therapievorschläge, einen weltweiten Standard gibt es leider nicht. Recophin (i.v.) ist nicht intrazellulär wirksam und wird deshalb nicht empfohlen.
 
Am zehnten Tag der Antibiose sollte mit der Colestyramin-Behandlung zur Ausschleusung des Neurotoxins Bbtox 1 begonnen werden. Anwendung: Auflösen des Pulvers in lauwarmen Wasser, verdünnen auf 1/2 Liter und eine Stunde vor oder drei Stunden nach der Mahlzeit trinken. Das Colestyramin sollte dabei nicht mit Nahrungsfett zusammentreffen, da das Fett die Bindungsstellen für das Nervengift besetzt, das Neurotoxin nicht mehr andocken kann und somit nicht mehr ausgeschieden wird. Bitte unbedingt beachten: Viel trinken (mindestens 2 bis 3 Liter am Tag), um Verstopfung zu vermeiden.
 
Die Therapie einer chronischen Borreliose ist wesentlich schwieriger, langwieriger und weniger erfolgreich. Dann ist in der Regel eine Langzeitbehandlung notwendig.
 
Weitergehende Informationen in der Broschüre: Zur Entstehung und Behandlung der Borreliose; Prof. Dr. Fred Hartmann und Dr. Hatto Müller-Marienburg.
 
 
Kontaktadresse:
Prof. Dr. med. Fred Hartmann,
Internist, Chefarzt a. D.
Waldheimweg 47,
91522 Ansbach



Wissenswertes zum Thema Zecken im Netz

 
 
 
 
 
 
 


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