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Das perfekte System

Fasanenfütterung Teil 1:
Im Winter ist für den Fasan Schmalhans Küchenmeister. Und die Fütterung des edlen Flugwilds ist sehr zeit- und arbeitsaufwändig. Doch Hans-Ulrich Herding hat eine neues Fütterungssystem entwickelt, das nicht nur Arbeit und Kosten reduziert, sondern auch tolle Erfolge bringt. In diesem Beitrag beschreibt er den Bau seines neuen Futterspenders.

Futterautomaten für den Fasan müssen bei jeder Witterung zuverlässig funktionieren. Sie müssen außerdem eine genügend große Futtermenge fassen, und sie dürfen ihren Inhalt nur an Fasane abgeben. Andernfalls würde der Vorrat durch die vielen „Mitesser“ wie Mäuse, Ratten, Krähenvögel, Tauben und andere schnell zur Neige gehen. Schließlich sollte die Fütterung so variabel sein, dass sie verschiedene Getreidesorten verarbeiten kann.

Das alles erfüllt das von mir entwickelte System. Es verdankt seine hohe Praxistauglichkeit in erster Linie einem völlig neu entwickelten Futterspender aus Plexiglasscheiben, die an einem Holzrahmen befestigt sind. Jeder halbwegs versierte und mit den nötigsten Werkzeugmaschinen ausgestattete Heimwerker kann ihn leicht und preiswert nachbauen.

Der Spender wird unter wetterfeste Vorratsbehälter wie Eimer, Kanister oder Fässer mit Fassungsvermögen zwischen 20 und 100 Litern montiert. Zumindest die größeren Vorratsgefäße werden zweckmäßigerweise nicht an einen Baum gehängt, sondern auf Ständer aus Holzbalken aufgebockt. So ist man bei der Standortwahl unabhängiger und kann die im Revier benötigte Zahl der Futterplätze in wenigen Stunden einrichten. Der auf dem Holzständer stehende Futterautomat lässt sich außerdem bequemer befüllen.


Das Futter ist weiterhin sichtbar


Der Futterspender besteht aus zwei trapezförmigen Seitenplatten (Sichtfenster) aus Plexiglas, die auf einen Rahmen aus zwei Holzleisten aufgeschraubt sind. Der so entstandene Trichter leitet das Futter aus dem darüber befindlichen Vorratsbehälter zur Futterausgabe, die aus einer kleinen, rechteckig zugeschnittenen Plexiglasplatte (Futterbremse) und dem Futterausgabespalt besteht. Die Futterbremse reguliert die Breite des Spaltes und sorgt dafür, dass das Futter nicht von selbst herausrieseln kann. Erst wenn die Vögel die Futterbremse bewegen oder mit ihren Schnäbeln direkt nach den Körnern picken, gibt der Spender eine kleine Menge Futter ab. Wie groß diese Menge ist, wird mit zwei Schrauben, mit denen die Futterbremse am Holzrahmen befestigt ist, bedarfsgerecht eingestellt. Für die Befestigung des Spenders am Boden des Vorratsbehälters benötigt man zwei weitere Holzschrauben und gegebenenfalls zwei große Unterlegscheiben oder kurze Holzleisten.

Dieser neue Spender hat im Vergleich zu den herkömmlichen Systemen eine ganze Reihe von Vorteilen: Das Futter ist durch die vergleichsweise großen Plexiglasscheiben für die Fasane weithin sichtbar. Das führt dazu, dass die Vögel die Automaten sofort annehmen. Die großen Scheiben erleichtern auch die Kontrolle der Automaten. Sie ist vom Auto aus möglich, wenn man die Fütterungen so aufstellt, dass man den Spender vom nächstgelegenen Weg aus mit Fernglas oder Spektiv erkennen kann. Das verhindert unnötiges Beunruhigen des Wildes. Allerdings dürfen die Spender nicht so offen stehen, dass Greife die Fasanen eräugen und schlagen können.


Spender ist leicht nachzubauen


Gut geschützt vor stark seitlich einfallendem Regen ist der Spender durch die nach unten verjüngte Trichterform unter dem Boden des Vorratsgefäßes. Und wenn bei Sturm doch mal ein paar Regentropfen an den Spender geraten, läuft oder tropft das Wasser nach unten ab. Es kann auf keinen Fall ins Innere des Spenders oder des Vorratsbehälters dringen. Funktionsstörungen, die entstehen, wenn das Futter durch seitliche Öffnungen im Behälter oder im Spender nass wird – vor allem Weizen ist hier sehr empfindlich – sind nahezu ausgeschlossen.

Der Spender ist so konzipiert, dass er in jeder Hobbywerkstatt nachgebaut werden kann. Das Material ist im Baumarkt erhältlich. Die Größe kann und sollte dem Vorratsgefäß angepasst werden. Die in der Materialliste zur Konstruktionszeichnung angegebenen Maße stellen lediglich Mittelwerte dar. In einem der Reviere, in dem der Spender bislang zum Einsatz kam, wurden als Vorratsbehälter ausschließlich 120 Liter-Tonnen eingesetzt. Die dafür hergestellten Spender wurden gut zwei Zentimeter breiter und höher als die Standardausführung gebaut.


Auszugebene Futtermenge regeln


Ein weiterer Vorteil der neuen Konstruktion ist die Variabilität durch die verstellbare Futterbremse. Sie ermöglicht einerseits die Verwendung verschiedener Getreidesorten als Fasanenfutter. Die richtige Einstellung ergibt sich jeweils durch Ausprobieren. Die Verstellung regelt außerdem die ausgegebene Futtermenge. In der Eingewöhnungsphase im Herbst müssen bei jeder Berührung der Futterbremse ein paar Mais- oder Getreidekörner herausrieseln. Später kann man den Futterausgabeschlitz so weit schließen, dass sich das Wild jedes einzelne Korn erarbeiten muss. Das hält „Mitesser“, insbesondere Singvögel und Tauben, fern.

Der Bau des Futterspenders beginnt mit dem Zuschnitt der vier bis fünf Millimeter starken Plexiglasscheiben (Baumarkt). Diese erste Arbeit ist gleichzeitig die schwierigste, denn das Material ist spröde und bricht leicht. Außerdem kann es bei zu hoher Schnittgeschwindigkeit schmelzen. Ideal für die Bearbeitung ist eine Format- oder Tischkreissäge mit sehr scharfem, feinem Blatt und elektronisch regelbarer Drehzahl. Es wird die langsamste Schnittgeschwindigkeit eingestellt und mit geringer Vorschubkraft gesägt.


Bruchfestes Material ist einfacher zu verarbeiten


Wer keine elektronisch regulierbare Kreissäge besitzt, kann auch die Stichsäge nehmen. Wieder wird die niedrigste Drehzahl eingestellt und ohne den zuschaltbaren Pendelhub äußerst behutsam gearbeitet. Die Schnittführung lässt sich mit einem Lineal und einem wasserlöslichen Filzstift anzeichnen. Eine glatte Auflage verhindert, dass das Material bricht. Klebstreifen unter dem Fuß der Stichsäge beugen Kratzern auf der Oberfläche des Kunstglases vor. Entstandener Grat lässt sich mit einer Feile oder Schleifpapier entfernen.

Die beiden trapezförmigen Seitenfenster werden nun gebohrt und für die Aufnahme der Schraubenköpfe angesenkt. Auch dabei wird die Drehzahl der Maschine stark gedrosselt. Der verwendete Stahlbohrer und der Senker sollten nach Möglichkeit neu oder zumindestens sehr scharf sein.

Baumärkte bieten Plexiglas in aller Regel in einer vergleichsweise preiswerten Standardqualität an, bei deren Bearbeitung die genannten Hinweise unbedingt beachtet werden sollten. In Fachhandlungen, die vorwiegend Handwerksbetriebe beliefern, bekommt man zu höheren Preisen auch weitgehend bruchfestes Material, dessen Bearbeitung einfacher ist. Wer für sein Revier einen ganzen Satz Futterautomaten herstellen möchte, der kann sich die Arbeit erleichtern, wenn er sich das unempfindlichere Material besorgt.

Der Rahmen des Spenders wird aus Fichten- oder Kiefernholz hergestellt. Auf der Abbildungen oben sind zwei verschiedene Ausführungen gezeigt. Bei der aufwändigeren sind die beiden Seitenhölzer so zugeschnitten, dass am oberen Ende zwei Fortsätze („Nasen“) für die Befestigung des Spenders am Vorratsbehälter vorhanden sind. Durch schräg verlaufende Bohrungen in diesen „Nasen“ werden Holzschrauben in den Behälterboden eingedreht. Die Schrauben halten natürlich nur dann, wenn das Material des Behälterbodens an den entsprechenden Stellen genügend stark ist. Statt der „Nasen“ könnte man auch kleine Blechwinkel zur Befestigung an den Holzrahmen anschrauben.


Futter regensicher aufbewahren


Bei der zweiten Variante erfolgt die Befestigung von der Innenseite des Vorratsbehälters aus. Die „Nasen“ sind in diesem Fall nicht erforderlich. Um den Schraubenköpfen genügend Halt zu geben, legt man große Unterlegscheiben oder die auf den Abbildungen gezeigten Holzleisten unter. Diese Art der Befestigung ist einfacher und stabiler als die Befestigung mit den „Nasen“. Sie ist allerdings nicht immer machbar. Will man beispielsweise Kunststoffkanister zu Futterautomaten umbauen, kommt nur die erstgenannte Art der Montage in Frage, da man von der Innenseite keine Schrauben eindrehen kann. Übrigens sind Kanister als Vorratsbehälter besonders gut geeignet. Das Einfüllen des Getreides durch die enge Öffnung ist mittels Trichter möglich. Das Futter ist im Kanister absolut regensicher aufgehoben.

Nach dem Zuschnitt der Einzelteile werden zunächst die Seitenplatten und der Rahmen miteinander verschraubt. Die zugeschnittene Futterbremse wird dann nach dem Bohren unter dem Futtertrichter befestigt. Die Schrauben, die man dafür verwendet, sollten möglichst lang und aus rostfreiem Edelstahl sein. Mit Ihnen wird die Futterbremse justiert. Damit die Schrauben später leicht gedreht werden können, wird im Holzrahmen großzügig vorgebohrt.


Auf naturnahe Färbung oder Verblendung achten


Die Fasanendichten sind in den einzelnen Revierteilen meist sehr unterschiedlich. Daher sind Vorratsbehälter in verschiedenen Größen erforderlich, damit eine drei- bis vierwöchentliche Kontrolle jedes Futterplatzes ausreicht. Häufigere Kontrollen bedeuten nicht nur zusätzliche Arbeit, sondern auch zusätzliche Beunruhigung des Wildes. Ein großer Futtervorrat empfiehlt sich natürlich auch an Standorten, die schlecht zugänglich sind.

Die Mindestgröße für den Vorratsbehälter liegt bei 20 Litern. Auch in mäßig besetzten Gebieten kann ein Zehn-Liter-Eimer innerhalb weniger Tage leer sein. In den Hochburgen und an abgelegenen Standorten sind Tonnen mit Inhalten von 60 bis 100 Litern nicht zu groß. Geeignet sind regendicht verschließbare Eimer, Kanister und Fässer aus Kunststoff oder Metall. Auf naturnahe Färbung und/oder Verblendung der Behälter ist natürlich zu achten. Der Eigenbau von Vorratsgefäßen aus natürlichem Material wie Holz ist nicht möglich. Man müsste sie mit Dachpappe oder Kunststoffplane abdichten und dann wirken sie nicht weniger unnatürlich als die Kunststofftonnen.


In weichem Kunststoff ist verbohren nicht nötig


Die Befestigung des Spenders unter dem Vorratsbehälter ist recht einfach. Die Größe der oberen Öffnung des Trichters (Innenmaß!) wird auf den Behälterboden übertragen. Mit der Stichsäge wird ein Langloch ausgeschnitten. Ist der Spender mit den beschriebenen „Nasen“ versehen, setzt man ihn bündig auf die entstandene Öffnung und dreht einfach die beiden Befestigungsschrauben ein. Im weichen Kunststoff ist Vorbohren nicht nötig.
Hat man sich für eine Verschraubung von der Innenseite des Behälters entschieden, werden an beiden Seiten des Langloches Bohrungen für die Aufnahme der Befestigungsschrauben eingebracht. Als Unterlage für die Schraubenköpfe eignen sich große Unterlegscheiben oder die gezeigten Holzleisten, die in der Mitte durchbohrt sind und rechtwinklig zur Längsachse des Spenders liegen. Die Schrauben werden von oben in den Rahmen des Spenders eingedreht.

Die Einzelteile des Futterspenders: zwei Sichtfenster aus Plexiglas, zwei Holzleisten als Rahmen und die Futterbremse, die ebenfalls aus Plexiglas hergestellt ist



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