Wild und Hund - zurück zur Startseite
|   Home   |   Kontakt   |   Sitemap   |   Impressum   |   Datenschutz   |   Widerruf   |   AGB   |     FAQ   |

Anmeldung: Abo-Nr.: Passwort:

Suche:
WILD
HUNDE
» Rasseporträts
» Prüfungen
» Hundeausbildung
» Gesunder Hund /
   Erste Hilfe
» Hund & Recht
» Ernährung
» Haltung & Pflege
» Zucht
» Stöberhundgruppen
» Welpenvermittlung 
JAGD
WILD UND HUND REVIERWELT
BLICKFANG
WILDE HUNDE/ AUSBILDUNG
SEMINARE
SHOP
FORUM
SERVICE
DOSSIERS
GEWINNSPIELE
FILME
NEWSLETTER
WAHRT EUCH- WEHRT EUCH
SONDERHEFTE

Sie befinden sich hier: HOME  - HUNDE  - Prüfungen

Druckversion

Druckversion

Das Mindestmaß

Jagdliche Brauchbarkeit:
Die Jagd nur mit brauchbaren Hunden auszuüben, ist seit jeher ein Maßstab für Waidgerechtigkeit. Welche Hunde ihre jagdliche Eignung beweisen dürfen, ist heute in den meisten Bundesländern penibel geregelt – jedoch nicht einheitlich.

Von Markus Wörmann

Der Deutsche Jagdschutzverband hat in einer bundeseinheitlichen Empfehlung vom Juni 2002 sich zur Feststellung der Brauchbarkeit von Jagdhunden geäußert. Ziel war es, die Mindestanforderung zu definieren, damit die in einem Bundesland festgestellte Brauchbarkeit in ganz Deutschland gültig ist. Jedoch hat der DJV keine Aussage getroffen, welche Anforderungen hinsichtlich seiner Herkunft an den Hund gestellt werden.


Der Knackpunkt


Die Zulassung zu einer Prüfung, die eine jagdliche Eignung des Vierbeiners attestiert, ist für viele Hundebesitzer schon der Knackpunkt, denn einige Landesjagdverbände schreiben eine Mitgliedschaft des Hundeführers im Verband vor. Was die Anforderungen an den Vierbeiner betrifft, lässt sich über alle Bundesländer hinweg klar sagen, dass Hunde aus Rassevereinen des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) immer zugelassen sind. Baden-Württemberg lässt auch Hunde zu, die „in einem Zuchtbuch ihrer Rasse eingetragen sind“, ohne es zu konkretisieren. Somit sind Hunde aus Vereinen außerhalb des deutschen Dachverbandes prüfbar. Auch Hunde ohne Papiere können in Baden-Württemberg zugelassen werden, wenn beide Elterntiere nachweislich einem Jagdhundeschlag entstammen. Allerdings mit einer Ausnahme: Damit ein Hund im „Ländle“ als jagdlich brauchbar im Wasser gilt, muss er das Fach „Stöbern mit Ente im deckungsreichen Gewässer“ absolvieren und sich dies von einem Verbandsverein des JGHV attestieren lassen. Dies könne im Rahmen einer Herbstzuchtprüfung (HZP), Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) oder Verbandsprüfung nach dem Schuss (VPS) geschehen, ist im Reglement zu lesen. Dass dort nur Hunde aus dem JGHV-Lager zugelassen sind, ist im Hinblick auf den züchterischen Auslesegedanken der Verbandsprüfungen verständlich. Der Freistaat Bayern handhabt es weniger liberal: Dort werden grundsätzlich nur Hunde des JGHV zugelassen, beziehungsweise ausländische Hunde, die von einem JGHV-Verein anerkannt werden. Für Kreuzungen aus JGHV-Hunden lässt aber auch Bayern ein Hintertürchen offen, wenn die Identität der Elterntiere nachgewiesen werden kann. Brandenburg hat in seiner zur Zeit gültigen Verordnung den größten Spielraum gelassen: Neben JGHV-Hunden können auch solche zugelassen werden, die „anderweitig geeignet sind“, ohne dies näher zu definieren. Ahnentafeln sind nicht zwingend.

Der Stadtstaat Hamburg verfügt zwar nach eigener Aussage über eine Prüfungsordnung, die aber so alt sei, dass man „sie am liebsten nicht veröffentlicht sehen will“. Bremen macht es sich da einfacher und schließt sich – was die Brauchbarkeit angeht – dem großen Nachbarn Niedersachsen an. Die Berliner Jäger hätten gerne in einem überarbeiteten Landesjagdgesetz die Eignung von Jagdhunden aufgenommen. Der zur Zeit vorliegende Entwurf sieht das aber nicht vor, erklärt die Oberste Jagdbehörde der Hauptstadt.


Eine Ahnentafel eines Zuchtverbandes kann helfen


Das Bundesland Hessen lässt alle Hunde prüfen, die in einem Zuchtbuch registriert sind, solange sie aus dem Lager der Vorstehhunde, Stöberhunde, Jagd- und Foxterrier, Bracken und Apportierhunde stammen. Hannoversche Schweißhunde, Bayerische Gebirgsschweißhunde und Teckel können nicht bei der Jagdeignungsprüfung antreten. Ihre Brauchbarkeit als Schweißhund für Nachsuchen auf Schalenwild muss auf einer Spezialprüfung nachgewiesen werden. Mecklenburg-Vorpommern würde am liebsten nur JGHV-Hunden eine Brauchbarkeit ausstellen, lässt aber Ausnahmen durch die Unteren Jagdbehörden zu.

2002 hat Niedersachsen eine neue Verordnung erhalten. Danach genügt es, wenn der Hund dem Phänotyp – äußeres Erscheinungsbild – einer vom JGHV als Jagdhund anerkannten Rasse entspricht. Wobei jeder Hund durch Tätowiernummer oder Chip identifizierbar sein muss. Eine Ahnentafel eines Zuchtverbandes kann dabei helfen, ist aber nicht zwingend. Nordrhein-Westfalen hält es ähnlich, umschreibt aber die Teilnahmebedingungen für die Hunde anders: „Zugelassen werden Jagdhunde, die auch an Prüfungen im Bereich des JGHV teilnehmen dürfen. Andere Jagdhunde dieser Rassen und deren Kreuzungen können zugelassen werden“. Im Grunde bedeutet dies die Beschränkung auf die JGHV-Rassen, hinzukommen Hunde ohne Papiere dieser Rassen. Jagdhunde, wie der Westfalen-Terrier, deren Rasse nicht im JGHV vertreten ist, hätten weder in Niedersachsen noch NRW die Möglichkeit, ihre jagdliche Eignung unter Beweis zu stellen.


Rheinland-Pfalz hat keine gesonderten Zulassungsvoraussetzungen


Rheinland-Pfalz hat in der momentanen Fassung keine gesonderten Zulassungsvoraussetzung für Jagdhunde definiert. In einem Gespräch weist das Ministerium für Umwelt und Forsten darauf hin, dass man bis Ende 2004 eine überarbeitete Durchführungsverordnung präsentieren werde. Die Saarländer haben zuletzt 2003 ihre Brauchbarkeitsverordnung überarbeitet, in der alle Jagdhunde, die in einem Zuchtbuch ihrer Rasse eingetragen sind, zugelassen werden. Der Prüfungsleiter kann darüber hinaus Kreuzungen aus solchen Hunden teilnehmen lassen.

Der Freistaat Sachsen hat in seiner Jagdverordnung neben einer Reihe von jagdlich relevanten Themen auch die Brauchbarkeitsvoraussetzungen neu erfasst. Zur Zeit liegt das Papier als Kabinettsvorlage zur Verabschiedung vor. Herbert Reichel, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Sachsen, hofft, dass die entgültige Regelung noch in diesem Sommer in Kraft treten kann. Zu den Inhalten wollte sich Reichel im Detail noch nicht äußern. Bisher konnten im Freistaat nur JGHV-Hunde auf den Prüfungen geführt werden. Das Nachbarland Sachsen-Anhalt wird auch in den nächsten Jahren nur Hunde mit JGHV-Papieren sowie ausländische Jagdhunde mit FCI-Papieren zur Prüfung zulassen. Das nördlichste Bundesland, Schleswig-Holstein, hat in seiner Verordnung über die Anerkennung von Jagdhunden aus dem Jahr 1983 keine Rassedefinition getroffen. Thüringen lässt grundsätzlich JGHV-Hunde zu. Wobei die Untere Jagdbehörde die Entscheidungsgewalt innehat.

Die meisten Prüfungsordnungen der Länder sehen vor, vergleichbare Prüfungen bei einem Mitgliedsverein des JGHV anzuerkennen. Besitzer von Jagdhunden, die eine Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) bestanden haben, brauchen sich keine Gedanken machen. Hat ihr Hund doch die „Meisterprüfung“ abgelegt. Eine Herbstzuchtprüfung (HZP) oder sonstige Anlageprüfung reicht in einigen Bundesländern nicht zur Erlangung der Brauchbarkeit. Oft wird darüber hinaus verlangt, HZP-Hunde in den Gehorsamsfächern, der Schweißarbeit oder auch im Verhalten am Stück zu testen.

Diesem Umstand trug der Jagdgebrauchshundverband 1997 Rechnung und verabschiedete die „Verbandsprüfung nach dem Schuss“ (VPS), die letztmalig 2003 geändert wurde. Sie hat zum Ziel, eine bundeseinheitliche Prüfung zu etablieren, die in jedem Bundesland anerkannt wird. Die steigende Zahl der durchgeführten VPS-Termine in den letzten drei Jahren zeigt einen – wenn auch zögerlichen – Zuspruch für diesen Eignungstest. Im Jahr 2002 waren es gerade einmal 43 Absolventen auf 25 „Verbandsprüfungen nach dem Schuss“. Im Vergleich zu den 1 143 VGP-Hunden, die 2002 ins Deutsche Gebrauchshund-Stammbuch aufgenommen wurden, eine recht geringe Zahl. Ein Grund könnte in den Zulassungsbestimmungen für die VPS liegen. Wie bei allen anderen Verbandsprüfungen verlangt auch die VPS-Ordnung, dass die Hunde JGHV-Papier besitzen, beziehungsweise bei ausländischen Hunden, dass diese FCI-Papiere vorweisen könen. Dadurch werden Hunde ohne Papier, beispielsweise aus einer zufälligen Jagdhundkreuzung, von der VPS ausgeschlossen. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung der Jagdhundeführer hinsichtlich der Verbandsprüfung nach dem Schuss könnte in deren noch mangelndem Renomee liegen. Die VGP gilt zurecht als „Meisterprüfung“ und ist mit entsprechender Punktzahl für die meisten Vorstehhunde ein zwingendes Zucht- beziehungsweise Wertkriterium. Bauhunde und reine Schweißspezialisten haben in der VPS ohnehin keine Möglichkeiten, ihre Eignung prüfen zu lassen. Dahingehend hat Sachsen-Anhalt 2001 eine der DJV-Empfehlung angepasste Verordnung erlassen. Sie unterteilt sich in Fachgruppen:
(A) Gehorsam
  • Allgemeiner Gehorsam

  • Leinenführigkeit

  • Verhalten auf dem Stand

  • Schussfestigkeit

    (B) Bringen
  • Bringen von Haarwild auf der Schleppe

  • Bringen von Federwild auf der Schleppe

  • Freiverlorensuche und Bringen von
    Federwild

    (C) Wasserarbeit
  • Schussfestigkeit im Wasser

  • Bringen nach Verlorensuche
    im deckungsreichen Gewässer

    (D) Schweißarbeit
  • Übernachtfährte von 600 Metern

    (E) Bauarbeit
  • Absuchen des Baus

  • Arbeit am Raubwild (ohne Kontakt)

    (F) Stöbern
  • Mindestens 10 Minuten Stöbern und nach etwa 30 Minuten selbstständig zurückkehren

    So kann neben dem Gehorsamsfach (A), das jeder Hund absolvieren muss, aus mindestens zwei weiteren Fächern gewählt werden. Für den Vorstehhund bietet sich natürlich das Bringen (B) sowie die Wasserarbeit (C) an, während der Stöberhund neben seinem Hauptfach Stöbern (F) vielleicht noch die Schweißarbeit (D) hinzunimmt. Und der Teckel wird sich nach der Fachprüfung (E) in der Schliefenanlage vielleicht noch die Stöbereignung (F) attestieren lassen. Letztlich ist es dem Hundeführer überlassen, das Richtige für seine jagdlichen Belange herauszusuchen. Für reine Schweißspezialisten besteht in Sachsen-Anhalt die Möglichkeit, nur „Gehorsam“ und „Schweiß“ zu absolvieren. Die sachsen-anhaltinische Verordnung ist hinsichtlich der Wahlmöglichkeiten sicher beispielhaft, jedoch beinhaltet sie in der Wasserarbeit nicht die Möglichkeit des Stöberns hinter der lebenden Ente, die wie in der bundeseinheitlichen Empfehlung des Deutschen Jagdschutzverbandes von vielen Rasseverbänden gefordert wird.


    In die Verordnungen der Bundesländer einlesen


    Wer sich intensiv mit dem Gedanken beschäftigt, seinen zukünftigen Jagdhelfer einer Brauchbarkeits- oder Jagdeignungsprüfung zu unterziehen, wird nicht umhinkommen, sich in die zum Teil seitenstarken Verordnungen der Bundesländer einzulesen. Informationen erhält man in der Regel bei den Unteren Jagdbehörden der Kreise und Landratsämter sowie bei den Landesjagdverbänden.

    Einige Länder sehen die Schweißarbeit als Teil der Eignung eines Jagdhundes, andere stellen es dem Führer frei, die Rotfährte zu arbeiten



    weitere Bilder

    Bild 1
    Bild 2
    Bild 3
  • JETZT IM HANDEL:
    Wild und Hund Titel 16 2014
    Inhalt »

    HIER BESTELLEN

    NÄCHSTES HEFT:
    ab 4. September 2014 im Handel

    ABONNIEREN

    INSERIEREN

    ONLINE WERBEN

    ANZEIGEN-SUCHE

    WELPENVERMITTLUNG

    MEDIADATEN

    Paul Parey Zeitschriftenverlag
    Im Paul Parey Zeitschriftenverlag erscheinen:  
    Wild und Hund Wild und Hund Exklusiv Wilde Hunde Deutsche Jagdzeitung Jagen weltweit Hunting World Wide Keyler Fisch und Fang Raubfisch